Sonderunterricht an der Mittelschule Marktredwitz

Zwei Pilotprojekte machen Schüler fit für Beruf und Karriere

In diesem Schuljahr werden 14 Jungen und Mädchen der Alexander-von-Humboldt-Mittelschule Marktredwitz mehr Unterrichtsstunden absolvieren, als der Lehrplan für sie vorsieht. Sie wollen das Zertifikat „Der Business-Führerschein“ erwerben, das ihnen nach  zehn Seminartagen eine besondere Motivation für eine Karriere in der freien Wirtschaft und entsprechende Fähigkeiten bescheinigt. Das von der Stiftung Lebenspfad entwickelte Intensiv-Training ist Teil einer Initiative der Wirtschaftsregion Hochfranken e.V. und des AGI Hochfranken plus e.V.. Das Ziel: Den Schüler bei der Wahl des Berufs und zugleich der Wirtschaft bei der Suche nach geeigneten Nachwuchskräften unter die Arme zu greifen.

Am 17.09. haben sich 14 glückliche Schüler des M-Zweigs der Alexander-von-Humboldt-Mittelschule Marktredwitz in das Abenteuer Karriere gestürzt. Bei der Auftaktveranstaltung des „Business-Führerscheins“, für den sie zehnmal den Unterrichtsschluss aus freien Stücken in den Nachmittag hinein verlängern werden, wird ihnen Elke Gillardon, Vorsitzende der Stiftung Lebenspfad, durch Rollenspiele zeigen, warum Motivation im Kopf beginnt. Erfolg ist nämlich immer auch eine Frage der inneren Einstellung. Die Teilnehmer, die im Verlauf des Programms auch gestandene Unternehmer aus der Region kennen lernen werden, haben sich bereits im vergangenen Schuljahr mit Erfolg einem Auswahlverfahren gestellt. „Für den Business-Führerschein muss man sich bewerben. Diese Hürde setzen wir ganz bewusst, damit wir dann auf jenem hohen Niveau arbeiten können, das motivierte und engagierte Jugendliche brauchen“, so Elke Gillardon.

Der „Business-Führerschein“ wurde von Elke Gillardon für Jugendliche konzipiert, die bereits im Alter von 14, 15 oder 16 Jahren von sich sagen, dass sie sich beruflich entfalten und hoch hinauswollen. Beworben haben sich weit mehr Teenager als erwartet. „Die aktuelle Schüler-Generation will etwas leisten, sie ist da schon sehr früh richtig aktiv, das Thema Beruf ist ihr wichtig“, so Elke Gillardon. „Diese Haltung zieht sich durch alle Schularten. Gerade bei der Mittelschule halten sich aber anderweitige Vorurteile. Was stimmt ist lediglich, dass die Schüler dort vergleichsweise wenig Wissen haben, wie die Arbeitswelt funktioniert und woraus es ankommt.“ „Genau deshalb“, so Sabrina Kaestner, Geschäftsführerin des Wirtschaftsregion Hochfranken e.V., „haben wir uns für das Pilotjahr die Mittelschule als Partner gesucht. Wir starten unsere Initiative bewusst dort, wo die Azubis von morgen mit dem Handicap eines schlechten Images zurechtkommen müssen.“

Zweiter Baustein des Projekts ist ein Kurs mit dem Namen „Ich pack’s an“. Er ist in diesem Schuljahr für alle Neuntklässler der Alexander-von-Humboldt-Mittelschule Marktredwitz verpflichtend und behandelt Themen wie selbstsicheres Auftreten, Selbstbewusstsein und Zielerreichung. „Auch damit reagieren wir gezielt auf die Klagen von Ausbildungsbetrieben, dass sie Lehrstellen unbesetzt lassen müssen, obwohl die Noten der Bewerber eigentlich passen würden“, so Rolf Brilla, Vorstandsmitglied des AGI Hochfranken plus e.V.. „Der Haken sind Defizite beim Verhalten und der Verlässlichkeit.“  Geplant ist, den „Business-Führerschein“ sowie „Ich pack’s an“ langfristig auch an anderen Schulen in Hochfranken anzubieten.

Text: Stiftung Lebenspfad